Michael Malloy

Geboren: 1873 (Irland)

Gestorben: 22. Februar 1933 (New York City)

Herkunft: Ire, Einwanderer in die USA

Rolle: Arbeiter (Feuerwehr), Opfer eines Versicherungsbetrugs

Leistungen: Überleben ungewöhnlichster Mordversuche

Fähigkeiten: Außergewöhnliche körperliche Widerstandsfähigkeit

                          Hohe Alkoholtoleranz

                          Robustheit gegenüber Gift und Gewalt

Beziehungen: Gruppe von Männern, darunter Tony Marino

Einfluss: Legendäre Figur der US-Kriminalgeschichte

Sonstiges: Seine Mörder versuchten ihn mehrfach zu töten

                      Spitzname „Rasputin of the Bronx“

Herkunft und Leben vor dem Verbrechen

Michael Malloy wurde 1873 im irischen County Donegal geboren und gehörte damit zur großen Welle irischer Auswanderer, die im späten 19. Jahrhundert in die Vereinigten Staaten kamen. Wie viele seiner Landsleute suchte er in Amerika ein besseres Leben und ließ sich schließlich in New York City nieder.

In seinen frühen Jahren arbeitete Malloy unter anderem als Feuerwehrmann und als sogenannter „stationary engineer“, also als technischer Arbeiter im Bereich Maschinenbetrieb. Doch wie bei vielen Menschen seiner Zeit verschlechterte sich seine Lebenssituation im Laufe der Jahre drastisch. Besonders während der Weltwirtschaftskrise verlor er seine Stabilität, wurde arbeitslos und rutschte in Armut und Alkoholabhängigkeit ab.

In den frühen 1930er-Jahren lebte er schließlich als obdachloser Mann im New Yorker Stadtteil Bronx. Er war ein regelmäßiger Gast in illegalen Bars („Speakeasies“), wo er häufig auf Kredit trank und oft bewusstlos einschlief. Er hatte kaum soziale Bindungen, keine bekannte Familie vor Ort und galt als isolierte Figur – Umstände, die ihn später zu einem idealen Opfer machten.

Die Weltwirtschaftskrise und der Beginn des Mordplans

Die Ereignisse um Malloy lassen sich nur vor dem Hintergrund der Großen Depression verstehen. In den frühen 1930er-Jahren herrschten in den USA extreme wirtschaftliche Not und Perspektivlosigkeit. Viele Menschen griffen zu verzweifelten oder kriminellen Mitteln, um zu überleben.

In dieser Situation entwickelte eine Gruppe von Männern rund um den Barbesitzer Tony Marino einen perfiden Plan: Sie wollten eine Lebensversicherung auf Malloy abschließen und ihn anschließend töten, um das Geld zu kassieren. Diese Gruppe – später als „Murder Trust“ bekannt – bestand aus mehreren Bekannten Malloys, darunter ein Barkeeper, ein Bestatter, ein Taxifahrer und weitere Komplizen.

Sie schlossen unter falschem Namen mehrere Versicherungen auf Malloys Leben ab und planten, ihn scheinbar „natürlich“ sterben zu lassen – idealerweise durch Alkohol.

Die unglaubliche Serie gescheiterter Mordversuche

Was folgte, gehört zu den bizarrsten Episoden der Kriminalgeschichte. Die Täter versuchten zunächst, Malloy einfach zu Tode trinken zu lassen, indem sie ihm unbegrenzt Alkohol zur Verfügung stellten. Doch anstatt zu sterben, trank er weiter – und überlebte.

Daraufhin griffen die Verschwörer zu drastischeren Methoden. Sie mischten giftige Substanzen wie Holzalkohol, Terpentin oder Frostschutzmittel in seine Getränke. Außerdem gaben sie ihm verdorbene oder manipulierte Speisen, darunter mit Gift getränkte Austern. Trotz dieser lebensgefährlichen Maßnahmen zeigte Malloy kaum Wirkung und kehrte immer wieder zurück, scheinbar unverwüstlich.

Die Versuche wurden zunehmend brutaler. Einmal ließen sie ihn bewusstlos in eisiger Kälte liegen, um ihn erfrieren zu lassen. Ein anderes Mal versuchten sie, ihn mit einem Taxi zu überfahren. Auch das überlebte er – schwer verletzt, aber am Leben.

Seine erstaunliche Widerstandsfähigkeit brachte ihm schließlich den Spitznamen „Rasputin of the Bronx“ ein, in Anlehnung an Grigori Rasputin, dem ebenfalls eine außergewöhnliche „Unsterblichkeit“ nachgesagt wurde.

Insgesamt soll Malloy zahlreiche Mordversuche überstanden haben – einige Berichte sprechen von mehr als zehn oder sogar bis zu zwanzig Versuchen.

Der Tod im Februar 1933

Nachdem alle bisherigen Methoden gescheitert waren, entschieden sich die Täter schließlich für eine sicherere Methode. Am 22. Februar 1933 brachten sie den bewusstlosen Malloy in ein Zimmer, steckten ihm einen Schlauch in den Mund und leiteten Kohlenmonoxid ein. Diesmal hatte er keine Chance: Er starb innerhalb kurzer Zeit an einer Vergiftung durch Gas.

Um den Mord zu vertuschen, wurde ein falscher Totenschein ausgestellt, der eine natürliche Todesursache angab, und Malloy wurde schnell begraben.

Aufdeckung des Verbrechens und Prozess

Doch der Plan ging letztlich nicht auf. Gerüchte über Malloys angebliche „Unverwüstlichkeit“ hatten sich bereits verbreitet, und die Umstände seines Todes wirkten verdächtig. Die Polizei begann zu ermitteln, ließ den Leichnam exhumieren und untersuchen.

Die forensische Untersuchung ergab eindeutig, dass Malloy an Kohlenmonoxidvergiftung gestorben war. Damit flog das gesamte Komplott auf. Die beteiligten Männer wurden verhaftet, vor Gericht gestellt und verurteilt.

Vier der Haupttäter wurden 1934 im elektrischen Stuhl hingerichtet, während ein weiterer eine lange Haftstrafe erhielt.

Nachwirkung und Legendenbildung

Nach seinem Tod entwickelte sich die Geschichte von Michael Malloy schnell zu einer Art moderner Legende. Zeitungen berichteten ausführlich über den Fall, und die unglaubliche Serie gescheiterter Mordversuche faszinierte die Öffentlichkeit.

Malloy wurde zu einer symbolischen Figur – nicht wegen eigener Taten, sondern wegen seiner scheinbar übermenschlichen Widerstandskraft. Sein Fall wird bis heute in Büchern, Dokumentationen und True-Crime-Formaten behandelt und gilt als einer der ungewöhnlichsten Mordfälle des 20. Jahrhunderts.

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