
Geboren: 30. Oktober 1960 (Lanús)
Gestorben: 25. November 2020 (Tigre)
Herkunft: Argentinier
Rolle: Profifußballer, Mittelfeldspieler, Trainer
Leistungen: Weltmeister mit Argentinien (1986)
„Hand Gottes“-Tor und „Tor des Jahrhunderts“
Italienischer Meister mit SSC Neapel (1987, 1990)
FIFA-Spieler des 20. Jahrhunderts
Fähigkeiten: Ballkontrolle und Dribbling auf engstem Raum
Spielübersicht und Kreativität als Spielmacher
Explosivität und niedriger Körperschwerpunkt
Beziehungen: Ehe mit Claudia Villafañe (geschieden)
Mehrere Kinder, darunter Diego Maradona Jr.
Verbindungen zu Fidel Castro und Hugo Chávez
Einfluss: Einer der größten Fußballer aller Zeiten
Vorbild für Argentinier und insbesondere für die Arbeiter
Hat den Status von SSC Neapel dauerhaft verändert
Sonstiges: Kämpfte öffentlich mit Drogenproblemen
Genie und Skandalfigur zugleich
Wurde in Argentinien fast religiös verehrt
Die Geschichte von Diego Armando Maradona beginnt am 30. Oktober 1960 in Lanús, doch seine eigentliche Prägung erfährt er im Armenviertel Villa Fiorito am Rand von Buenos Aires. Er wächst in äußerst einfachen Verhältnissen als eines von acht Kindern auf. Die Familie lebt in großer Armut, und Fußball wird für den jungen Diego schnell mehr als nur ein Spiel – er wird zum Fluchtweg aus der Realität.
Schon als kleines Kind zeigt sich sein außergewöhnliches Talent. Mit improvisierten Bällen spielt er stundenlang auf staubigen Straßen, und bereits im Alter von zehn Jahren wird er in die Jugendmannschaft von Argentinos Juniors aufgenommen. Dort wird er Teil der legendären Nachwuchsmannschaft „Los Cebollitas“, die über viele Spiele hinweg ungeschlagen bleibt – ein früher Hinweis auf seine spätere Größe.
Sein Talent wirkt fast natürlich gegeben: Beobachter beschreiben ihn schon früh als Spieler mit überragender Ballkontrolle und einem intuitiven Spielverständnis, das weit über sein Alter hinausgeht.

Mit nur 16 Jahren debütiert Maradona im Profifußball bei Argentinos Juniors. Kurz darauf folgt auch sein Einsatz in der argentinischen Nationalmannschaft – ein außergewöhnlicher Schritt für einen so jungen Spieler.
Seine Leistungen sind spektakulär: Tore, Dribblings und Spielübersicht machen ihn schnell zum Star in Argentinien. Ein Wechsel zu Boca Juniors bringt ihm erste große Titel und enorme Popularität im eigenen Land.
Schon zu diesem Zeitpunkt ist klar, dass Maradona kein gewöhnlicher Spieler ist. Er verkörpert Hoffnung für die ärmere Bevölkerung Argentiniens – ein Junge aus den Slums, der es an die Spitze schafft.

1982 folgt der Wechsel nach Europa zum FC Barcelona, damals einer der prestigeträchtigsten Vereine der Welt. Doch diese Phase ist geprägt von Schwierigkeiten. Verletzungen, darunter ein brutaler Foulangriff, sowie Konflikte mit Vereinsverantwortlichen und Medien belasten seine Zeit in Spanien erheblich.
Obwohl er sportlich überzeugt, bleibt seine Zeit bei Barcelona hinter den Erwartungen zurück. Diese Jahre zeigen erstmals die Dualität seiner Persönlichkeit: ein genialer Fußballer, aber auch ein Mensch, der mit Druck, Ruhm und äußeren Einflüssen kämpft.

Der entscheidende Wendepunkt seiner Karriere kommt 1984 mit dem Wechsel zu SSC Neapel. Der Verein galt damals als Außenseiter in Italien, weit entfernt von den dominierenden Clubs aus dem Norden.
Maradona verändert alles. Mit seiner Führung und seinem außergewöhnlichen Talent führt er Napoli zu historischen Erfolgen, darunter zwei Meisterschaften (1987 und 1990) und ein UEFA-Cup-Sieg.
Diese Erfolge haben nicht nur sportliche Bedeutung. Für die Menschen in Neapel wird Maradona zur Symbolfigur – ein Vertreter des „armen Südens“ gegen die wohlhabenden Regionen Italiens. Er wird nahezu religiös verehrt und gilt als Held der einfachen Leute.
Seine Spielweise erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt: Dribblings auf engstem Raum, präzise Pässe und spektakuläre Tore machen ihn zum vielleicht dominantesten Spieler seiner Epoche.

Der absolute Höhepunkt seiner Karriere ist die FIFA-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko. Maradona führt die Argentinische Nationalmannschaft nahezu im Alleingang zum Titel.
Besonders das Viertelfinale gegen England Nationalmannschaft geht in die Geschichte ein: Innerhalb weniger Minuten erzielt er zwei der berühmtesten Tore aller Zeiten – das umstrittene „Hand Gottes“-Tor und das spektakuläre „Tor des Jahrhunderts“, bei dem er mehrere Gegenspieler über das halbe Feld ausspielt.
Dieses Turnier macht ihn endgültig zur globalen Ikone des Fußballs.
Maradona gegen England: https://youtu.be/KY40__rBvSk?si=5H5L6C8cu2Dyj2Q_
Parallel zu seinem sportlichen Erfolg entwickelt sich jedoch eine dunkle Seite. Während seiner Zeit in Neapel beginnt Maradona zunehmend mit Drogen, insbesondere Kokain, zu kämpfen.
1991 wird er nach einem positiven Dopingtest für 15 Monate gesperrt – ein Wendepunkt, von dem sich seine Karriere nie vollständig erholt.
Zusätzlich wird er mit Verbindungen zur italienischen Mafia (Camorra) in Verbindung gebracht und gerät immer wieder in Skandale. Seine Leistungen auf dem Platz bleiben zwar beeindruckend, doch seine körperliche Verfassung und Disziplin verschlechtern sich zunehmend.
Diese Phase zeigt die Tragik seiner Persönlichkeit: ein Genie, das mit den Konsequenzen seines Ruhms nicht umgehen kann.
Nach seiner Sperre spielt Maradona noch für verschiedene Vereine, darunter Sevilla und erneut Boca Juniors. Seine Leistungen sind jedoch nicht mehr auf dem Niveau seiner besten Jahre.
1994 nimmt er noch einmal an einer Weltmeisterschaft teil, wird jedoch erneut wegen Dopings ausgeschlossen. Kurz darauf endet seine aktive Karriere endgültig.
Sein Rücktritt markiert das Ende einer der spektakulärsten Spielerkarrieren der Fußballgeschichte.
Nach seiner aktiven Laufbahn bleibt Maradona dem Fußball als Trainer verbunden, unter anderem als Nationaltrainer Argentiniens von 2008 bis 2010.
Sein Privatleben bleibt jedoch turbulent: gesundheitliche Probleme, Übergewicht, Suchtprobleme und zahlreiche öffentliche Auftritte prägen diese Zeit. Trotz allem bleibt er eine weltweit verehrte Figur.
Seine Persönlichkeit ist weiterhin widersprüchlich – charismatisch, emotional, rebellisch und oft unberechenbar.
[Doha Stadium Plus Qatar] / Diego Maradona 2012 2.jpg / CC BY 2.0 / Wikimedia Commons
Am 25. November 2020 stirbt Maradona im Alter von 60 Jahren in der Region Tigre nahe Buenos Aires an einem Herzinfarkt.
Sein Tod löst weltweit Trauer aus. Millionen Menschen verabschieden sich von ihm, besonders in Argentinien und Neapel, wo er bis heute als Legende gilt.
Auch nach seinem Tod bleibt er Gegenstand von Diskussionen, etwa über medizinische Versorgung und Verantwortung in seinen letzten Lebensjahren.
Diego Maradona gilt als einer der größten Fußballer aller Zeiten. Seine Karriere vereint extreme Gegensätze: unübertroffene Genialität und tiefe persönliche Krisen.
Er war mehr als ein Sportler – er war ein kulturelles Symbol. Für viele Menschen steht er für Hoffnung, Aufstieg und Widerstand gegen Ungleichheit. Gleichzeitig verkörpert er die Schattenseiten von Ruhm und Exzess.
Sein Einfluss reicht bis heute: Spieler wie Lionel Messi werden oft mit ihm verglichen, und seine Spielweise prägt weiterhin Generationen von Fußballern.
Maradona bleibt letztlich eine der faszinierendsten Figuren der Sportgeschichte – ein Mensch, der gleichzeitig göttlich verehrt und zutiefst menschlich war.